Historie

»Recte facienti nil timendum«, zu deutsch: »Der rechtschaffene hat nichts zu fürchten«, schrieb sich vor mittlerweile über 100 Jahren die frisch gegründete Studentenverbindung Arminia in Düsseldorf auf die Fahnen und verpflichtete sich als farbentragende, katholische Verbindung zu den Prinzipien »religio, scientia, patria und amicitia«. Beinahe unmittelbar nach ihrer Gründung wurde Europa vom ersten Weltkrieg heimgesucht und ließ viele junge Studenten, die damals mitunter euphorisch nach West und Ost aufbrachen, gezeichnet, viele gar nicht zurückkehren. Leider bloß das erste Mal, dass die deutsche Bevölkerung im 20. Jahrhundert lernen musste, wie gefährlich falsch verstandene »patria« sein kann.

Arminia bestand fort, musste aber wegen Schließung der Düsseldorfer Hochschule 1923 nach Köln ziehen, wo sie sich in »Asgard« umtaufte, den Götterhort aus der germanischen Mythologie, an dem auch manches Gelage stattfindet. An der unter Bürgermeister Adenauer wiederbegründeten Universität zu Köln florierte in den 20er Jahren das Studentenleben, und die hierher gezogenen katholischen Corporationen wuchsen, bis die nationalsozialistische Regierung alle Studentenverbindungen zugunsten des NSDStB verbot. Viele Mitglieder trafen sich weiterhin, getarnt als Karnevalsverein »Mer blieve zusamme«.
Auch der 2. Weltkrieg bedeutete nicht das Ende der Asgard. In den Nachkriegsjahren fand man sich sukzessive wieder, konnte die Aktivitas 1948 wiederbegründen und 1958 das Verbindungshaus an der Heinestraße erwerben.

Über die nächsten Jahrzehnte ging es in Deutschland steil be
rgauf, wovon auch die Studentenverbindungen profitierten. Asgard wuchs, fusionierte Ende der Siebziger Jahre mit der KDStV Rheno-Bavaria. Auch als es in den gesellschaftlichen Umwälzungen im Zuge der ’68er-Bewegung für Studentenverbindungen allmählich schwieriger wurde, Mitglieder zu finden, gelang es Asgard, durch Offenheit und besondere Betonung des Freundschaftsprinzips junge Menschen für sich zu begeistern.
Im Jahr 2012 fusionierte Asgard erneut, diesmal mit der KDStV Grotenburg, wodurch besonders die Altherrenschaft u
m viele neue Mitglieder bereichert wurde. Rasch wuchsen die beiden Verbindungen nach dem Verkauf des Grotenburger Hauses an der Gleueler Straße, von dem eine umfassende Renovierung und sogar Erweiterung des Asgardenhauses finanziert wurde, zusammen und sind nunmehr eine der größten Studentenverbindungen Deutschlands.

Asgard steht auch hundert Jahre nach ihrer Gründung zu ihrem Wahlspruch und ihren Prinzipien. Wir sind ein Freundschaftsbund, in dem jedes Mitglied – anders als in vielen Lebensbereichen, die brutaler und unpersönlicher werden – auf Unterstützung, Rücksicht und Verständnis seiner Bundesbrüder hoffen darf. Wir unterstützen vielversprechende junge Studenten, indem wir ihnen eine kostengünstige Unterkunft mitten in Lindental und eine Gemeinschaft mit anderen Studenten verschiedener Fakultäten bieten. Diese Vernetzung mit anderen Bereichen akademischen Lebens ist nahezu einzigartig und kommt ansonsten kaum zustande. Für die akademische und menschliche Reifung ist diese Erweiterung des Horizontes – so unsere Überzeugung – gar nicht zu überschätzen.

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